Sterbegeldversicherung Logo

Wartezeit bei der Sterbegeldversicherung: Was Sie wissen müssen

Die Entscheidung für eine Sterbegeldversicherung ist ein wichtiger Schritt, um Ihre Angehörigen im Ernstfall zu entlasten. Gerade bei diesem sensiblen Thema ist es vielen Menschen wichtig, Klarheit über alle Bedingungen zu haben. Dazu gehört auch die Wartezeit. Wir möchten Ihnen hier verständlich und einfühlsam erklären, worauf Sie achten sollten und wie Sie sich und Ihre Familie optimal absichern können.

Die Wartezeit ist ein wichtiger Aspekt beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung, der häufig Fragen und Unsicherheiten aufwirft. Sie bestimmt, ab wann die Versicherung im Todesfall tatsächlich die volle Versicherungssumme auszahlt. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie lange die Wartezeit dauert, welche Ausnahmen gelten und wie Sie Ihren Versicherungsschutz von Anfang an optimal gestalten können.

Was ist die Wartezeit?

Gerade wenn es um Vorsorge für den Ernstfall geht, ist transparente Information besonders wichtig. Die Wartezeit, auch Karenzzeit genannt, ist der Zeitraum direkt nach Vertragsabschluss, in dem die Sterbegeldversicherung bei einem Todesfall noch nicht die volle Versicherungssumme auszahlt. Sie beginnt mit dem Datum der ersten Beitragszahlung und soll die Versicherung vor Missbrauch schützen.

Der Hintergrund: Ohne Wartezeit könnten Menschen eine Sterbegeldversicherung erst dann abschließen, wenn sie bereits schwer erkrankt sind oder wissen, dass sie bald versterben werden. Die Wartezeit verhindert solche Fälle (von sogenannter Antiselektion) und ermöglicht dadurch fairere und günstigere Beiträge für alle Versicherten.

Wann beginnt die Wartezeit?

Die Wartezeit beginnt in der Regel am Tag, an dem:

  • der erste Beitrag bei der Versicherung eingegangen ist,
  • der Versicherungsschutz laut Police beginnt,
  • und Sie die Police erhalten haben (je nach Vertragsbedingung)

Wichtig: Das genaue Startdatum finden Sie in Ihrer Versicherungspolice. Notieren Sie sich dieses Datum. So wissen Sie am besten, wann die Wartezeit endet.

Wie lange dauert die Wartezeit?

Es gibt so genannte Standardwartezeiten. Hierzu möchten wir Ihnen einen Überblick geben. Die Dauer der Wartezeit variiert je nach Tarif und Anbieter erheblich.

Bei Tarifen mit Gesundheitsprüfung:

  • Keine Wartezeit bis 3 Monate bei umfassender Gesundheitsprüfung
  • 12 bis 24 Monate bei vereinfachter Gesundheitsprüfung

Bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung:

  • 24 bis 36 Monate sind der Standard
  • Manche Anbieter haben 36 bis 48 Monate

Unsere Faustregel für Sie: Je weniger Gesundheitsfragen gestellt werden, desto länger ist in der Regel die Wartezeit. Wir wissen, dass das manchmal enttäuschend wirken kann, aber so wird sichergestellt, dass auch Menschen mit Vorerkrankungen überhaupt Versicherungsschutz erhalten können.

Tarife ohne Wartezeit (Sofortschutz)

Einige Sterbegeldversicherungen bieten Sofortschutz ohne Wartezeit. Das bedeutet: Die Versicherung zahlt ab dem ersten Tag die volle Versicherungssumme. Ein beruhigendes Gefühl für alle, die sofortigen Schutz wünschen.

Voraussetzungen für Sofortschutz:

  • Umfassende Gesundheitsprüfung erforderlich
  • Guter Gesundheitszustand nachweisbar
  • Oft höhere Beiträge

In unserem Vergleichsrechner finden Sie Tarife ohne Wartezeit:

Jetzt vergleichen

Was leistet die Versicherung während der Wartezeit?

Die Leistungen werden in einem Stufenmodell gestaffelt. Die meisten Versicherungen zahlen während der Wartezeit durchaus. Wir haben das für Sie einmal in Beispielen näher erläutert:

Beispiel 1: Klassische Staffelung bei 3 Jahren Wartezeit

  • 1. Jahr: Rückzahlung der eingezahlten Beiträge
  • 2. Jahr: 50% der Versicherungssumme
  • 3. Jahr: 75% der Versicherungssumme
  • Ab dem 4. Jahr: 100% der Versicherungssumme

Beispiel 2: Alternative Staffelung

  • Erste 24 Monate: Rückzahlung der Beiträge plus 3% Zinsen
  • 25. bis 36. Monat: 60% der Versicherungssumme
  • Ab dem 37. Monat: 100% der Versicherungssumme

Beispiel 3: Einfache Regelung

  • Während der Wartezeit: Nur Beitragsrückzahlung
  • Nach der Wartezeit: Volle Versicherungssumme

Beitragsrückerstattung: Was bedeutet das konkret?

Wenn die Versicherung "die Beiträge zurückerstattet", erhalten die Hinterbliebenen alle bis dahin gezahlten monatlichen oder jährlichen Beiträge zurück. Auch dazu für Sie ein Beispiel:

  • Monatlicher Beitrag: 25 €
  • Tod nach 18 Monaten
  • Rückerstattung: 18 × 25 Euro = 450 €
  • Versicherungssumme wäre: 5.000 € (wird aber erst nach Wartezeit fällig)

Hier sehen Sie konkret, dass die Beitragsrückerstattung die Bestattungskosten bei weitem nicht abdeckt. Planen Sie daher möglichst vorausschauend. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

Die wichtigste Ausnahme: Unfalltod

Fast alle Sterbegeldversicherungen zahlen bei Tod durch Unfall die volle Versicherungssumme. Und das sogar ab dem ersten Tag ohne Wartezeit. Gerade dieser Schutz gibt vielen Menschen zusätzliche Sicherheit.

So definiert der Versicherer einen Unfall: „Ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis, das unfreiwillig zu einer Gesundheitsschädigung oder zum Tod führt.“ Hierzu haben wir natürlich auch ein paar Beispiele zum besseren Verständnis:

  • Verkehrsunfälle (Auto, Fahrrad, Fußgänger)
  • Stürze (Treppe, Leiter, im Haushalt)
  • Arbeitsunfälle
  • Sportunfälle
  • Haushaltsunfälle
  • Stromunfälle
  • Ertrinken

Was genau als Unfall gilt, finden Sie auf jeden Fall in den Versicherungsbedingungen. Typischerweise müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

Ein Unfall liegt vor, wenn:

  • das Ereignis plötzlich eintritt,
  • eine äußere Einwirkung vorliegt,
  • die Verletzung unfreiwillig erfolgt oder
  • ein direkter Zusammenhang zwischen Ereignis und Tod besteht.

Kein Unfall im Sinne der Versicherung ist:

  • Herzinfarkt oder Schlaganfall (auch wenn plötzlich),
  • Tod durch Krankheit (auch wenn unerwartet),
  • Selbstverschuldung unter Alkohol-/Drogeneinfluss (tarifabhängig) oder
  • vorsätzliche Selbstverletzung

Besonderheiten beim Unfalltod

Hierzu ist immer ein Nachweis durch die Hinterbliebenen erforderlich. Diese müssen nachweisen, dass der Tod durch einen Unfall verursacht wurde. Dazu dienen:

  • der Polizeibericht
  • das Obduktionsergebnis
  • ärztliche Bescheinigungen
  • Unfallzeugen

Alkohol am Steuer: Viele Versicherer leisten auch bei Unfällen unter Alkoholeinfluss, manche kürzen oder verweigern die Leistung bei grober Fahrlässigkeit. Prüfen Sie dies in Ihren Vertragsbedingungen.

Strategien nutzen: So überbrücken Sie die Wartezeit sinnvoll

Gerade wenn Sie sich Gedanken über die Wartezeit machen, möchten wir Ihnen Mut machen. Es gibt verschiedene Wege, diese Zeit gut zu überbrücken und Ihre Angehörigen dennoch bestmöglich abzusichern. Die beste Strategie: Schließen Sie Ihre Sterbegeldversicherung ab, solange Sie noch gesund und jung sind. Also so früh wie möglich. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand, Sie profitieren dann von:

  • günstigeren Beiträgen,
  • besseren Annahmechancen,
  • einer Wartezeit, die früh beginnt
  • und nicht zuletzt ist der volle Schutz früher verfügbar.

Faustregel: Je früher Sie abschließen, desto weniger belastet Sie die Wartezeit.

Zusätzliche Absicherung in der Übergangszeit

Für die Zeit der Wartezeit können Sie zusätzliche Maßnahmen ergreifen:

Option A: Rücklagen bilden
Legen Sie Geld beiseite, um im Fall der Fälle die ersten Bestattungskosten decken zu können.

Option B: Bestattungsvorsorgevertrag
Schließen Sie parallel einen Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsunternehmen ab, der sofort greift. Mehr erfahren: Vertragsvergleich

Option C: Risikolebensversicherung
Eine zusätzliche Risikolebensversicherung kann die Lücke überbrücken (meist ohne Wartezeit bei Unfällen).

Option D: Familiäre Absprachen
Sprechen Sie mit Angehörigen über eine vorübergehende finanzielle Unterstützung, falls Sie während der Wartezeit versterben.

Tarif mit kurzer oder keiner Wartezeit wählen

Wenn Sie gesundheitlich gut aufgestellt sind, kann ein Tarif mit Sofortschutz sinnvoll sein. Dieser bietet einige Vorteile:

  • sofortiger voller Schutz
  • keine Staffelung
  • Planungssicherheit

Doch leider bringt dieser auch Nachteile mit sich:

  • umfassende Gesundheitsprüfung nötig
  • höhere Beiträge
  • bei Vorerkrankungen oft nicht möglich

Wir bieten auch Information zu einem anderen Aspekt: Gesundheitsprüfung

Wartezeit dokumentieren und im Blick behalten

Damit Sie und Ihre Angehörigen immer genau wissen, ab wann der volle Schutz besteht, empfehlen wir Ihnen diese Tipps:

  • Notieren Sie das Enddatum der Wartezeit im Kalender.
  • Informieren Sie Ihre Angehörigen über die Wartezeit.
  • Bewahren Sie die Police zugänglich auf.
  • Markieren Sie den Tag, an dem voller Schutz besteht.

Wartezeit bei Vertragswechsel oder -änderung

Wenn Sie bei Ihrem bestehenden Versicherer in einen anderen Tarif wechseln, sollten Sie folgendes beachten, was oft möglich sein kann:

  • Anrechnung der bereits abgelaufenen Wartezeit
  • keine neue Wartezeit bei reiner Erhöhung der Versicherungssumme
  • Gesundheitsprüfung kann erneut erforderlich sein

Wichtig: Klären Sie vor dem Wechsel, ob die Wartezeit angerechnet wird.

Wechsel zu einem anderen Versicherer

Bei einem Wechsel zu einem komplett anderen Versicherungsunternehmen beachten Sie bitte diese Regel: Die Wartezeit beginnt in der Regel neu. Die beim alten Versicherer abgelaufene Zeit wird nicht angerechnet.

So vermeiden Sie Lücken:

  1. Schließen Sie einen neuen Vertrag ab
  2. Warten Sie die Wartezeit des neuen Vertrags ab
  3. Kündigen Sie erst dann den alten Vertrag
  4. So besteht durchgehend mindestens Basisschutz

Achtung: Während der Übergangsphase zahlen Sie doppelte Beiträge. Gerne beraten wir Sie dazu kostenlos.

Erhöhung der Versicherungssumme

Wenn Sie die Versicherungssumme erhöhen möchten, ist wichtig zu wissen, dass:

  • keine neue Wartezeit für die bisherige Summe nötig ist,
  • eine neue Wartezeit nur für den Erhöhungsbetrag gilt und dass
  • eine neue Gesundheitsprüfung erforderlich wird.

Dazu ein Beispiel:

  • Die ursprüngliche Summe betrug 3.000 Euro und die Wartezeit ist abgelaufen.
  • Die Versicherungssumme soll auf 5.000 Euro erhöht werden.
  • Nun haben Sie für 2.000 Euro Differenz eine neue Wartezeit.

Wartezeit und Vorerkrankungen

Neue Erkrankungen während der Wartezeit

Erkranken Sie während der Wartezeit, hat dies keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz. Auch hier möchten wir Ihnen zum besseren Verständnis ein Beispiel geben:

  • Sie schließen gesund eine Sterbegeldversicherung ab (3 Jahre Wartezeit).
  • Nach einem Jahr wird Krebs diagnostiziert.
  • Nach vier Jahren versterben Sie an dieser Krebserkrankung.
  • Die Versicherung zahlt die volle Summe, weil die Wartezeit abgelaufen war.

Die Gesundheitsfragen werden nur bei Vertragsabschluss gestellt. Spätere Erkrankungen sind unerheblich.

Wartezeit als Kompromiss bei Vorerkrankungen

Menschen mit Vorerkrankungen haben oft nur die Wahl zwischen diesen Möglichkeiten:

  • Tarifen mit langer Wartezeit und geringer Gesundheitsprüfung
  • Tarifen ohne Gesundheitsprüfung (meist noch längere Wartezeit)

Die Wartezeit ermöglicht, dass auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen Versicherungsschutz erhalten, wenn auch zeitverzögert.

Vergleich verschiedener Wartezeit-Modelle

Es gibt zur Wartezeit einige unterschiedliche Modelle, die Sie gesehen haben sollten:

Modell 1: Keine Wartezeit (Sofortschutz)

Vorteil Nachteil
Voller Schutz ab Tag 1 Umfassende Gesundheitsprüfung
Planungssicherheit Höhere Beiträge
Keine Staffelung Ablehnung bei Vorerkrankungen

Für wen geeignet: Gesunde Menschen, die sofortigen vollen Schutz wünschen.

Modell 2: Kurze Wartezeit (6-12 Monate)

Vorteil Nachteil
Relativ schnell voller Schutz Gesundheitsfragen erforderlich
Moderate Beiträge Kurze Überbrückungsphase nötig
Guter Kompromiss Nicht für alle verfügbar

Für wen geeignet: Menschen mit guter bis mittlerer Gesundheit.

Modell 3: Standard-Wartezeit (24-36 Monate)

Vorteil Nachteil
Vereinfachte Gesundheitsprüfung Längere Phase ohne vollen Schutz
Auch bei leichten Vorerkrankungen Staffelung über Jahre
Günstigere Beiträge Risiko während Wartezeit

Für wen geeignet: Menschen mit Vorerkrankungen oder höherem Alter.

Modell 4: Keine Gesundheitsprüfung (36+ Monate)

Vorteil Nachteil
Garantierte Annahme Sehr lange Wartezeit
Keine Gesundheitsfragen Höchste Beiträge
Für jeden zugänglich Erst spät voller Schutz

Für wen geeignet: Menschen mit schweren Vorerkrankungen oder Ablehnung bei anderen Tarifen.

Häufige Fragen zur Wartezeit

Das geht in der Regel nicht. Die Wartezeit ist vertraglich festgelegt. Manche Versicherer bieten gegen Aufpreis oder mit nachträglicher Gesundheitsprüfung eine Verkürzung an, fragen Sie dazu gerne unsere professionellen Berater.

Der Vertrag kann ruhen oder gekündigt werden. Die Wartezeit pausiert dabei jedoch nicht. Im Gegenteil: Bei Zahlungsausfall verlieren Sie meist den Versicherungsschutz komplett.

Bei den allermeisten ja, aber es gibt Ausnahmen. Prüfen Sie Ihre Vertragsbedingungen explizit auf die Regelung zum Unfalltod oder kontaktieren Sie dazu unsere Berater, diese helfen Ihnen bei Ihren Fragen gerne kostenlos weiter.

Hierzu gibt es die klare Antwort: Nein. Nach Vertragsabschluss müssen Sie keine neu auftretenden Erkrankungen melden.

Nur wenn dies vertraglich vereinbart wurde oder Sie mit dem Versicherer eine Änderung aushandeln (meist gegen Nachzahlung oder neue Gesundheitsprüfung).

Checkliste: Wartezeit optimal nutzen

  • Genaues Enddatum der Wartezeit notiert
  • Angehörige über Wartezeit informiert
  • Unfall-Sofortschutz im Vertrag bestätigt
  • Zusätzliche Absicherung für Übergangszeit geprüft
  • Rücklagen für die Wartezeit gebildet
  • Versicherungspolice sicher aufbewahrt
  • Vertragswechsel erst nach Ablauf der Wartezeit geplant
  • Gesundheitsprüfung bei Vertragsabschluss wahrheitsgemäß ausgefüllt

Die Wartezeit im Blick behalten: Wir helfen Ihnen gerne dabei

Die Wartezeit ist ein wichtiger Vertragsbestandteil, der jedoch kein Hindernis für den Abschluss einer Sterbegeldversicherung sein sollte.

Unser Tipp: Je früher Sie abschließen, desto schneller läuft die Wartezeit ab und desto früher genießen Sie vollen Schutz. Besonders der Unfallschutz ab Tag 1 bietet Ihnen und Ihren Angehörigen bereits von Anfang an eine wichtige Absicherung.

Vergleichen Sie Tarife gezielt nach Wartezeit, oft gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Die Versicherungsexperten unseres professionellen Beraterteams stehen Ihnen bei Fragen zur Versicherung gerne kostenlos zur Verfügung. Melden Sie sich schriftlich oder per Telefon, wir freuen uns auf Sie.

*Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Trotz sorgfältiger Recherche können sich Informationen ändern oder Fehler enthalten sein. Für individuelle Fragen konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Versicherungsberater oder Rechtsanwalt.