Gesundheitsprüfung bei der Sterbegeldversicherung: Was Sie wissen müssen
Wer eine Sterbegeldversicherung abschließen möchte, begegnet oft dem Begriff „Gesundheitsprüfung“. Sie bezeichnet die Fragen rund um Ihren Gesundheitszustand, die viele Versicherungen vor Vertragsabschluss stellen. Je nach Tarif und Anbieter kann diese Prüfung sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Tarife verlangen nur wenige Angaben, andere verzichten ganz darauf.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum eine Gesundheitsprüfung überhaupt erforderlich ist, wie unterschiedlich sie je nach Versicherung ausfallen kann und worauf Sie dabei achten sollten – vor allem, wenn Vorerkrankungen bestehen. Außerdem zeigen wir Ihnen, warum ehrliche und vollständige Angaben für Ihren Versicherungsschutz so wichtig sind.
Warum gibt es eine Gesundheitsprüfung?
Versicherer setzen die Gesundheitsprüfung ein, um das eigene Risiko fair einschätzen zu können. Ist Ihr Gesundheitszustand gut, profitieren Sie meist von günstigeren Beiträgen, weil das Risiko eines baldigen Leistungsfalls geringer ist.
Gut zu wissen: Im Unterschied zu großen Lebensversicherungen ist die Gesundheitsprüfung bei Sterbegeldpolicen meist deutlich weniger umfangreich. Viele Anbieter verzichten sogar ganz darauf. Welche das sind und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie bei uns.
In unserem Tarifvergleich finden Sie derzeit vier Anbieter, die komplett auf eine Gesundheitsprüfung verzichten. Bei einem weiteren Anbieter haben Sie sogar die Wahl, ob Sie einen Tarif mit oder ohne Gesundheitsprüfung abschließen möchten. Sprechen Sie uns einfach an.
Welche Gesundheitsfragen werden typischerweise gestellt?
Wir stellen Ihnen die Standardfragen bei der Gesundheitsprüfung einmal vor. Die meisten Versicherungen fragen einen definierten Zeitraum ab, häufig die letzten 3 bis 5 Jahre. Typische Fragen sind:
Allgemeine Gesundheitsfragen:
- Befinden Sie sich aktuell in ärztlicher Behandlung?
- Haben Sie in den letzten [X] Jahren einen stationären Krankenhausaufenthalt gehabt?
- Nehmen Sie regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente ein?
- Ist bei Ihnen eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit festgestellt?
Spezifische Erkrankungen nach:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck)
- Krebserkrankungen
- Diabetes mellitus
- Erkrankungen von Leber, Niere oder Lunge
- psychischen Erkrankungen
- HIV/AIDS
- Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen)
Risikoabfragen:
- Rauchen Sie? (Anzahl Zigaretten pro Tag)
- Körpergröße und Gewicht (BMI-Berechnung)
- gefährliche Hobbys oder Berufe
Gesundheitsfragen variieren nach Tarif
Bei der nächsten Auflistung zeigen wir Ihnen, wie die Gesundheitsfragen und deren Umfang je nach Tarif verschieden sein können. Daraus ergeben sich Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt.
Tarife mit ausführlicher Gesundheitsprüfung:
- detaillierte Fragen zu Vorerkrankungen
- oft günstigere Beiträge
- höhere Ablehnungswahrscheinlichkeit bei Vorerkrankungen
Tarife mit vereinfachter Gesundheitsprüfung:
- nur wenige Kernfragen
- moderate Beiträge
- bessere Annahmechancen
Tarife ohne Gesundheitsprüfung:
- keine Gesundheitsfragen
- höhere Beiträge
- garantierte Annahme
Auch sehr wichtig ist der Umgang mit Vorerkrankungen.
Wichtig für Sie zu wissen ist, dass Vorerkrankungen nicht automatisch eine Ablehnung bedeuten!
Viele Menschen befürchten, dass bestehende Erkrankungen den Abschluss einer Sterbegeldversicherung unmöglich machen. Das ist jedoch nicht immer der Fall.
Diese Faktoren beeinflussen die Annahme durch den Versicherer:
- Art der Erkrankung: Chronische Erkrankungen wie gut eingestellter Bluthochdruck werden anders bewertet als akute schwere Erkrankungen.
- Zeitpunkt: Liegt die Erkrankung lange zurück und sind Sie vollständig genesen?
- Behandlungsstatus: Ist die Erkrankung unter Kontrolle?
- Schweregrad: Wie stark ist Ihr Alltag eingeschränkt?
Wie reagieren Versicherungen auf Vorerkrankungen?
Je nach Art und Verlauf einer Vorerkrankung unterscheiden sich die Entscheidungen der Versicherer. Diese Möglichkeiten kommen häufig vor:
Unkomplizierte Annahme: Bei leichten oder lange zurückliegenden Erkrankungen wird der Antrag oft ohne Einschränkungen und zu regulären Beiträgen angenommen.
Annahme mit Risikozuschlag: Ist das Risiko erhöht, kann die Versicherung trotzdem zusagen – allerdings zu einem etwas höheren Beitrag.
Annahme mit bestimmten Bedingungen: In manchen Fällen knüpft der Versicherer die Annahme an Auflagen, beispielsweise eine Beitragsanpassung oder besondere Klauseln.
Ablehnung: Liegt eine schwere oder aktuelle Erkrankung vor, kann es sein, dass der Antrag abgelehnt wird.
Wichtig zu wissen: Jede Gesellschaft bewertet Vorerkrankungen unterschiedlich. Was bei einem Versicherer ein Hindernis darstellt, führt bei einem anderen Anbieter vielleicht trotzdem zur Annahme.
Ihre Optionen bei Vorerkrankungen
Bei Erkrankungen, die bereits im Vorfeld vorhanden waren, haben Sie diese Wahlmöglichkeiten, gerne helfen wir Ihnen damit:
- Fragen Sie verschiedene Anbieter an, denn jede Versicherung bewertet Risiken unterschiedlich. Was bei einem Anbieter zur Ablehnung führt, kann bei einem anderen akzeptiert werden.
- Wählen Sie einen Tarif ohne Gesundheitsprüfung. Diese Tarife garantieren die Annahme unabhängig von Ihrem Gesundheitszustand.
- Versuchen Sie es mit ehrlichen Angaben. Teilen Sie Ihre Vorerkrankungen transparent mit. Oft sind die Annahmechancen besser als befürchtet.
Die Wahrheitspflicht: Warum ehrliche Angaben unverzichtbar sind
Beim Abschluss einer Versicherung gilt die sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht (§ 19 VVG): Sie sind verpflichtet, alle Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten.
Was passiert, wenn Angaben nicht korrekt sind? Stellt die Versicherung im Leistungsfall fest, dass Angaben wissentlich oder fahrlässig falsch gemacht wurden, kann sie den Vertrag anfechten. Das kann bedeuten:
- Die Versicherung zahlt im Ernstfall nicht.
- Bereits gezahlte Beiträge können einbehalten werden.
- Der Versicherungsschutz hat nie bestanden.
Zudem kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten, etwa bei arglistiger Täuschung sogar noch Jahre nach Vertragsschluss.
Auch ohne vorsätzliches Verschweigen kann der Vertrag gekündigt werden. Dann erhalten Sie eine anteilige Auszahlung, meist geringer als erwartet.
Gut zu wissen: Nach 10 Jahren ab Vertragsabschluss kann Ihre Versicherung den Vertrag wegen früherer Gesundheitsangaben in der Regel nicht mehr anfechten. Für Sie bedeutet das: Sie genießen ab diesem Zeitpunkt ein zusätzliches Maß an Sicherheit und Verlässlichkeit für Ihren Versicherungsschutz.
Praktische Tipps zum Ausfüllen der Gesundheitsfragen
Damit Ihnen die Beantwortung der Fragen gut und vollständig gelingen kann, bieten wir Ihnen eine Liste von Tipps:
- Nehmen Sie sich Zeit beim Ausfüllen:
Füllen Sie die Gesundheitsfragen nicht hastig aus. Überlegen Sie genau und ziehen Sie im Zweifel Ihre medizinischen Unterlagen zu Rate. Diese Angaben sind wichtig. - Geben Sie nur gefragte Zeiträume an:
Wenn in dem Antrag nach den "letzten 5 Jahren" gefragt wird, müssen Sie Erkrankungen davor nicht angeben, auch wenn sie schwerwiegend waren. - Beantworten Sie nur, was gefragt wird:
Geben Sie keine zusätzlichen Informationen, die nicht erfragt werden. Beschränken Sie sich auf die konkreten Fragen! - Dokumentieren Sie Arztbesuche:
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie einen Arztbesuch oder eine Behandlung angeben müssen:- Prüfen Sie die Abrechnungen Ihrer Krankenversicherung.
- Fragen Sie bei Ihrer Hausarztpraxis nach.
- Dokumentieren Sie alles schriftlich.
- Fragen Sie bei Unsicherheit nach:
Kontaktieren Sie uns als Ihren Versicherungsmakler, wenn Sie unsicher sind, wie Sie eine Frage beantworten sollen. - Unterschrift erst nach Prüfung:
Unterschreiben oder senden Sie den Antrag erst ab, wenn Sie alle Angaben mehrfach geprüft haben. Gerne helfen wir Ihnen bei Fragen.
Ablauf der Gesundheitsprüfung
Der genaue Ablauf Ihrer Gesundheitsprüfung sieht wie folgt aus:
Schritt 1: Antragstellung
Sie füllen den Versicherungsantrag mit Gesundheitsfragen in unserem Onlineantrag aus. Wenn wir Ihren Antrag erhalten haben, kümmern wir uns um die Weiterleitung an die gewünschte Gesellschaft.
Schritt 2: Risikoprüfung
Die Versicherung prüft Ihre Angaben. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann sie zusätzliche Informationen anfordern:
- Ärztliche Atteste
- Befundberichte
- Schweigepflichtentbindung für eventuelle Rückfragen beim Arzt
Schritt 3: Entscheidung
Die Versicherung teilt Ihnen mit, ob und zu welchen Konditionen sie Sie annimmt. Bei Fragen wenden Sie sich an uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.
Schritt 4: Vertragsabschluss
Bei Annahme erhalten Sie Ihre Versicherungspolice und der Schutz beginnt (gegebenenfalls nach Ablauf einer Wartezeit, je nach Tarifwahl).
Sonderfälle und Besonderheiten
Gesundheitsprüfung bei höherem Eintrittsalter
Je älter Sie bei Vertragsabschluss sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen. Einige Versicherer:
- fragen ab einem bestimmten Alter weniger detailliert
- bieten spezielle Seniorentarife mit vereinfachter Prüfung
- begrenzen die Versicherungssumme
Nachträgliche Gesundheitsprüfung
In seltenen Fällen können Versicherer auch nach Vertragsabschluss noch Gesundheitsfragen stellen, etwa bei:
- der Erhöhung der Versicherungssumme
- einem Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft
- dem Wegfall einer Wartezeit gegen Gesundheitsprüfung
Keine ärztliche Untersuchung nötig
Im Gegensatz zu großen Lebensversicherungen müssen Sie bei Sterbegeldversicherungen in der Regel keine ärztliche Untersuchung durchführen lassen, dafür gibt es die Gesundheitsprüfung mit ihren Fragen. Die schriftlichen dabei Angaben genügen.
Welche Alternativen haben Sie bei einer Ablehnung?
Sollte Ihr Antrag einmal abgelehnt werden, unterstützen wir Sie gerne persönlich. Gemeinsam finden wir fast immer eine passende Lösung für Ihre Situation. Diese Möglichkeiten könnten für Sie infrage kommen:
- Andere Versicherer anfragen:
Jeder Anbieter bewertet Vorerkrankungen anders. Es lohnt sich, mehrere Gesellschaften zu vergleichen – was bei einer Versicherung nicht klappt, ist bei einer anderen oft problemlos möglich. - Tarif ohne Gesundheitsprüfung wählen:
Solche Tarife garantieren Ihnen die Annahme, unabhängig von Ihrem Gesundheitszustand. Allerdings sind sie meist etwas teurer und es kann eine Wartezeit bestehen. - Bestattungsvorsorgevertrag abschließen:
Sie können auch direkt mit einem Bestattungsunternehmen vorsorgen und die anfallenden Kosten in kleinen Schritten ansparen. - Banksparplan nutzen:
Alternativ legen Sie regelmäßig Geld für Ihre spätere Bestattung zurück. Beachten Sie dabei: Hier tragen Sie das Risiko, dass das Ersparte am Ende ausreicht.
Häufige Fragen zur Gesundheitsprüfung
Muss ich eine Gesundheitsprüfung machen lassen?
Das kommt ganz auf den gewählten Tarif an: Es gibt Angebote mit und ohne Gesundheitsprüfung. Sie können selbst entscheiden, welche Variante für Sie besser passt.
Was passiert, wenn ich eine Frage versehentlich falsch beantwortet habe?
Wenden Sie sich am besten direkt an Ihre Versicherung und korrigieren Sie Ihre Angaben. Wer versehentlich einen Fehler gemacht hat, muss in der Regel keine strengen Konsequenzen fürchten – wichtig ist Offenheit und schnelles Nachreichen der richtigen Information.
Kann die Versicherung bei meinem Arzt nachfragen?
Nur mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung (Schweigepflichtentbindung). Diese wird meist im Antrag miterteilt.
Werden meine Gesundheitsdaten weitergegeben?
Gesundheitsdaten unterliegen besonderem Datenschutz. Eine Weitergabe erfolgt nur in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen (zum Beispiel an Rückversicherer).
Wie lange werden meine Gesundheitsdaten gespeichert?
Die Speicherdauer richtet sich nach gesetzlichen Aufbewahrungsfristen und endet in der Regel mit dem Vertrag plus gesetzlicher Nachfrist.
Checkliste: Gesundheitsprüfung erfolgreich meistern
Wir möchten Ihnen nun nochmal in Kürze eine Checkliste mit an die Hand geben, damit Sie einen schnellen Überblick über das Thema haben:
- alle Fragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten
- nur den gefragten Zeitraum berücksichtigen
- medizinische Unterlagen zur Hand nehmen
- bei Unsicherheiten nachfragen
- keine Zusatzinformationen geben, die nicht erfragt werden
- Antrag vor Unterschrift mehrfach prüfen
- bei Vorerkrankungen: mehrere Anbieter anfragen
- Alternative "ohne Gesundheitsprüfung" prüfen
- Kopie des ausgefüllten Antrags aufbewahren
Die Gesundheitsprüfung – kein Grund zur Sorge
Die Gesundheitsprüfung bei der Sterbegeldversicherung ist meist deutlich unkomplizierter, als viele befürchten. Mit ehrlichen Angaben und einer guten Vorbereitung steht einem erfolgreichen Abschluss in den meisten Fällen nichts im Weg. Selbst bei Vorerkrankungen haben Sie oft beste Chancen auf Versicherungsschutz – ob zu regulären Konditionen, mit einem moderaten Zuschlag oder über Tarife ganz ohne Gesundheitsfragen.
Unser Tipp: Nutzen Sie einfach unseren kostenlosen Beratungsservice. Unsere erfahrenen Expertinnen und Experten sind auf diese Themen spezialisiert und geben Ihnen Sicherheit bei allen Fragen. Sie erreichen uns schriftlich oder telefonisch – unverbindlich und zu 100 % kostenfrei. Sprechen Sie uns an – gemeinsam finden wir die passende Lösung für Sie.